Risse
Der andere Himmel (Teil 2)
Das ist der zweite Teil der Star Trek Fan Fiction Story “Der andere Himmel”. Teil eins findest du hier: DIE ANKUNFT
Zefram Cochrane trat aus einem halb verfallenen Gebäude, das einmal eine Bar gewesen war. Er blieb am Rand des Weges stehen, nestelte an seinem Gürtel und sah sich kurz um, als müsse er sich erst orientieren.
Archer bemerkte die Bewegung am Rand des Geländes eine Sekunde früher.
Zwei blaue Gestalten lösten sich aus dem Schatten der Werkstätten. Antennen. Archer erkannte sie sofort: Andorianer. Wie er gehörten sie nicht in diese Zeit. Sie bewegten sich schnell. Zielgerichtet.
Archer hob den Phaser und feuerte in derselben Bewegung.
Der Energiestrahl schlug Funken aus einer Metallstrebe hinter ihnen. Einer der Andorianer riss Cochrane zur Seite, der andere zog ihn mit sich in Deckung. Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke. Der Anführer registrierte Archer, seine Augen blitzten für einen Moment auf, dann ließen sie Cochrane los und verschwanden zwischen den Gebäuden.
Cochrane blinzelte irritiert in die Richtung, aus der der Schuss gekommen war.
„Was zum Teufel…“
Für einen Moment reagierte niemand. Dann sah Archer Mara. Sie war zurückgekommen. Cochrane hatte sie ebenfalls bemerkt.
„Verdammt, Mara! Hier waren so blaue Kerle - keine Ahnung, die wollten mich entführen oder so!“
Mara sah ihn kurz an. Dann die Whiskyflasche in seiner Hand.
„Mr. Cochrane. Ich glaube, Sie hatten heute genug davon.“
Cochrane zuckte mit den Schultern und nahm einen großen Schluck aus der Flasche. Dann schraubte er den Verschluss zu und ging in Richtung der Bar. Maras Blick wanderte zu Archer. Zur Waffe in seiner Hand. Sie zögerte für einen Moment.
„Ich gehe nach Hause“, sagte sie dann.
„Sie können mitkommen oder nicht.“
Sie drehte sich um und verschwand zwischen den provisorischen Gebäuden.
Archer sah Cochrane nach. Die Zielperson war unversehrt. Die Andorianer hatten sich zurückgezogen - vorerst. Sie würden wiederkommen. Aber vermutlich nicht heute Nacht.
Er hatte Zeit.
Diese Mara kannte das Projekt. Sie kannte Cochrane. Sie war nützlich. Das war der Grund, warum er ihr folgte. Das jedenfalls sagte er sich in diesem Moment.
Die Wohnung war dieselbe wie die Nacht davor. Der Ofen. Der Tisch. Die zwei Stühle. Das Foto an der Wand.
Mara setzte eine Kanne Tee auf. Sie stellte ihm einen Becher hin und nahm Platz.
Archer wartete und blickte Mara in die Augen. Sie war es, die das Schweigen brach.
„Wer waren die Männer?“
„Ich weiß es nicht genau“, sagte Archer.
Mara sah ihn an. Lange. Sie trank nicht. Sie beobachtete nur. Die Art wie er die Hände um den Becher legte, die Art wie er ihren Blick hielt ohne ihn zu suchen.
„Aber Sie wissen dass sie wiederkommen?“
„Ja.“
„Und Sie sind hier um Cochrane zu schützen.“ Eine Pause. „Für Green. Arbeiten Sie für die östliche Koalition? Wird es wieder Krieg geben?“
„Ich kann Ihre Fragen nicht beantworten. Das Projekt ist strategisch wichtig. Das ist alles.“
Mara nickte. Langsam. Als würde sie etwas abhaken.
„Strategisch wichtig.“ Sie wiederholte es ohne Ironie. Fast ohne Emotion. „37 Millionen Menschen. Und dann entscheidet er für Sie, was strategisch wichtig ist.“
„Green hat die Erde stabilisiert. Das ist...“
„Er hat sie kontrolliert. Zumindest war das sein Ziel.“ Ein gefährlicher Unterton lag plötzlich in ihrer Stimme. Nicht laut. Aber da. „Das ist nicht dasselbe.“
Archer ließ eine Pause entstehen. Dann, betont beiläufig:
„Wie lange arbeiten Sie schon für Cochrane?“
„Drei Jahre.“
„Und wie läuft es? Das Projekt?“
Mara sah ihn an. Ein kurzes Zögern - kaum merklich. „Es läuft.“
„Gibt es Probleme? Technisch? Finanziell?“
„Warum wollen Sie das wissen?“
„Green... also ich will das Projekt schützen. Dafür brauche ich einen Überblick.“
Mara trank. Sagte nichts. Die Antwort war das Schweigen.
Archer versuchte es anders. „Sie haben erwähnt dass Sie aus Indiana kommen. Ist ihre Familie noch dort?“
Etwas veränderte sich in ihrem Gesicht. Kaum sichtbar. Aber da.
„Meine Mutter. Shannon. Shannon Janeway.“ Eine kurze Pause. „Sie ist alt. Schwach. Aber sie lebt noch.“
„Und Ihr Vater?“
Mara sah ihn an. Direkt. Als hätte sie gewusst, dass diese Frage kommen würde.
Sie stand auf und ging zum Fenster. Belgrade lag vor ihr. Die Dunkelheit hatte sich über die Häuser gelegt. Irgendwo klapperte ein loses Blech im Wind.
„Mein Bruder Jason ist im Krieg gestorben“, sagte sie. Ohne sich umzudrehen. „Mein Vater danach. Nicht durch den Krieg. Nicht direkt. Sondern durch den Verlust.“ Eine kurze Pause. „Ich habe sie beide begraben. Und dann bin ich hierher gekommen. Weil hier etwas entsteht.“ Sie drehte sich um. „Und jetzt sitzen Sie in meiner Wohnung. Und arbeiten angeblich für den Mann der dafür gesorgt hat, dass noch mehr Menschen so enden wie mein Bruder.“
Archer sagte nichts.
Es war kein Vorwurf. Archer wusste nicht, welche Rolle Green oder die östliche Koalition hier spielten. Aber etwas stimmte nicht.
Mara setzte sich wieder. Nahm ihren Becher. Trank.
„Werden Sie Cochrane schützen?“
„Ja.“
„Warum sollte ich Ihnen glauben?“
Archer sah sie an. „Weil ich heute auf die geschossen habe, die es auf den Mann abgesehen hatten. Nicht auf Cochrane.“
Mara schwieg. Sah ihn an. Lange.
Dann nickte sie. Einmal. Klein.
Das Gespräch war vorbei. Nicht weil alles gesagt war. Sondern weil beide wussten, dass mehr Worte nichts ändern würden.
Archer starrte auf seinen Becher. Er brauchte Mara. Wegen der Informationen. Und weil sie Zugang zu Cochrane und dem Projekt hatte. Sie war nützlich. Im Moment.
Irgendwo wusste er, dass das nicht die ganze Wahrheit war.
Er schob den Gedanken beiseite.
Der Morgen war grau, die Luft trocken und kalt. Ein dünner Wind strich über die offenen Flächen zwischen Belgrade und Bozeman und trug den Geruch von nassem Holz und altem Rauch mit sich. Der Himmel hing tief, als würde er sich nicht entscheiden können, ob noch Schnee fallen sollte.
Mara und Archer gingen schweigend nebeneinander, den schmalen Pfad entlang, der sich durch gefrorene Felder zog. Das Schweigen fühlte sich anders an als in der Nacht davor. Nicht unangenehm, nicht angespannt - aber schwerer. Als wäre etwas zwischen ihnen getreten, das noch keinen Namen hatte.
Als sie das Gelände erreichten, bemerkte Archer sofort, dass etwas nicht stimmte.
Es gab keine Wachen - das war er mittlerweile gewohnt. Aber die Menschen bewegten sich anders. Schneller. Unkoordinierter. Zwei Männer diskutierten laut vor einer Werkstatt, ihre Stimmen scharf in der kalten Luft. Eine Frau ging hastig von Gebäude zu Gebäude und rief immer wieder denselben Namen. Irgendwo fiel Metall scheppernd zu Boden, jemand fluchte. Niemand schien den Überblick zu haben.
Archer registrierte die Unruhe instinktiv als Schwäche. Eine Situation ohne erkennbare Hierarchie bedeutete normalerweise Kontrollverlust.
Doch während er die Szene beobachtete, fiel ihm etwas auf, das nicht in dieses Muster passte: Trotz der Unordnung arbeitete jeder weiter. Jemand brachte Werkzeug. Jemand trug Material. Jemand erklärte geduldig etwas, das ein anderer offenbar nicht verstanden hatte.
Es wirkte chaotisch.
Und gleichzeitig funktionierte es.
Nicht effizient.
Aber ausreichend.
Wie so vieles in dieser Welt irritierte ihn das. Vielleicht mehr als alles andere.
Lily Sloane, Cochranes engste Mitarbeiterin in dem Projekt, kam ihnen entgegen, noch bevor sie das Hauptgebäude erreicht hatten. Ihr Gesicht wirkte angespannt, als hätte sie die letzten Stunden mit zu wenig Schlaf und zu vielen Problemen verbracht. Sie fuhr sich mit der Hand über ihre kurzen, dichten Haare.
„Er ist weg“, sagte sie ohne Begrüßung.
Mara blieb stehen. „Seit wann?“
„Heute Morgen. Jemand hat ihn noch gesehen - bei der Bar. Danach nicht mehr.“
„Hat jemand etwas Ungewöhnliches bemerkt?“
Lily atmete hörbar aus. „Mara. Bei Cochrane ist alles ungewöhnlich.“
Ein kurzer Anflug von Humor lag in dem Satz, aber er erreichte ihre Augen nicht.
Archer beobachtete sie genau. Lily war nicht verzweifelt. Sie war wütend — aber ihre Wut war fokussiert, fast diszipliniert.
„Ohne ihn ist das Ding nur Altmetall“, sagte sie und deutete vage in Richtung der Startplattform. „Wir haben Material, das wir nie wieder bekommen. Wir haben Leute, die sich seit Monaten den Rücken kaputt arbeiten. Und wir haben Investoren, die uns längst abgeschrieben hätten, wenn sie wüssten, wie knapp alles ist.“
„Es geht nicht ums Geld“, sagte Mara ruhig.
Lily sah sie an, ohne Ungeduld, aber auch ohne Zustimmung. „Für dich vielleicht nicht. Aber ohne Geld gibt es auch keinen Flug. Idealismus ersetzt keine Treibstoffpumpe. Verdammt nochmal, Mara. Wir alle sind hier wegen dem Geld.“
Mara erwiderte nichts.
Archer sah zwischen den beiden Hin und Her. Zwei Frauen. Dieselbe Realität. Zwei völlig unterschiedliche Gründe, an dieses Projekt zu glauben.
Und beide hatten recht.
Es war ein Kind, das schließlich von den blauen Männern erzählte. Vielleicht acht Jahre alt, mit roten Wangen von der Kälte und einer Ernsthaftigkeit, die nicht zu seinem Alter passte.
Drei Männer, sagte es. Blaue Haut. Seltsame Fühler am Kopf. Sie waren plötzlich da gewesen, als wären sie aus dem Schatten gewachsen. Sie hatten mit Cochrane gesprochen. Laut. Cochrane hatte protestiert — laut, fahrig, unverständlich.
Dann war er still geworden.
Das Kind zeigte mit ausgestrecktem Arm in Richtung der alten Fabrikhallen am Rand der Stadt.
Archer und Mara sahen einander an.
„Die von gestern.“, sagte Mara. Es war keine Frage.
Archer nickte.
„Wir müssen ihn finden“.
Lily wollte mitkommen, doch Mara schüttelte den Kopf.
„Bleib hier. Falls er zurückkommt.“
„Und wenn nicht?“
„Dann braucht jemand den Überblick.“
Lily verzog kurz das Gesicht, als hätte sie einen Einwand, den sie nicht aussprach. Schließlich nickte sie.
Archer und Mara gingen nebeneinander los. Keiner von beiden hatte es eilig, und doch beschleunigte sich ihr Schritt mit jeder Minute.
Archer dachte an Green. An Ordnung. An Stabilität. An Entscheidungen, die getroffen werden mussten, bevor sie jemand anderer traf. Er musste die Zielperson finden.
Mara dachte an ihren Bruder. An ihren Vater. An das Schiff auf der Rampe, das ohne Cochrane nicht mehr war als ein Stück Metall.
Sie sagten nichts.
Die Fabrikhalle lag im Halbdunkel. Rostige Stahlträger spannten sich unter dem zerbrochenen Dach, durch das fahles Licht fiel. Der Boden war mit Staub bedeckt, der bei jedem Schritt leise aufwirbelte. Es roch nach Öl und kaltem Eisen.
Cochrane saß auf einer umgestürzten Kiste. Er wirkte benommen, aber unverletzt. In seiner Hand hielt er noch immer die Flasche, als hätte er vergessen, dass sie längst leer war.
In der Mitte der Halle warteten die Andorianer. Als Archer und Mara eintraten, erhob sich einer von ihnen.
Groß gewachsen, die Haut blau wie polierter Stein, die Antennen leicht nach vorn geneigt. Seine Haltung war ruhig, beinahe respektvoll.
„Mara Janeway, Tochter von Shannon O’Donnell und Henry Janeway“, sagte er. „Ich kenne Sie. Sie sind Teil des Phönix-Projekts.“
Mara blieb stehen. „Ich Ihren nicht.“
„Shran“, antwortete er ruhig. „Commander Thy’lek Shran. Soldat im Widerstand gegen das Terranische Imperium.“
Archer spürte, wie sich seine Hand von selbst zum Phaser bewegte.
Shran hob die eigene, eine offene Geste.
„Nicht nötig“, sagte er ruhig. „Wir sind nicht hier, um zu kämpfen.“
Shran erklärte den Plan. Er hatte es nicht eilig.
In meinem Universum, sagte Shran, würde Cochrane in wenigen Wochen auf den ersten Vulkanier schießen. Dieser Moment, so unbedeutend er wirken mochte, war der Ursprung des terranischen Imperiums. Jahrhunderte von Gewalt. Unter einer Doktrin des absoluten Vorrangs der Erde würden ganze Planeten versklavt.
Im Jahr 2154 startete der Widerstand gegen das Imperium. Angeführt von den Andorianern. Aber sie kämpften auf verlorenem Posten. Shran und seine Männer verfolgten schließlich einen waghalsigen Plan, um das terranische Imperium aus der Geschichte zu löschen.
Sie fanden ein paralleles Universum. Ein Universum, in dem Cochrane nicht feuerte. Das terranische Imperium würde niemals existieren. Ihr Plan war, den Cochrane dieser Welt in ihr eigenes Universum zu bringen. Der andere Cochrane würde sterben. Beim ersten Kontakt würde ein Mensch stehen, der nicht schoss.
Eine andere Zukunft.
Archer hörte zu, ohne ihn zu unterbrechen.
„Ihr habt diesen Cochrane gewählt“, sagte er nach einer kurzen Pause.
„Weil er nicht schießen würde.“
Shran schüttelte kaum merklich den Kopf.
„Weil er es nie getan haben wird. In dieser Welt.“
In dieser Welt.
Der Satz blieb hängen.
Archer dachte an Belgrade. An die Menschen im Gemeinschaftshaus. An Thomas, der ihn angesehen hatte, als hätte er den Krieg selbst vor sich gesehen.
Sie sind der Krieg.
Konnte es sein, dass diese Welt hier... ohne Green funktionierte? Ohne Kontrolle. Ohne Druck?
„Du bist nicht in deiner Vergangenheit, Commander“, sagte Shran ruhig.
„Wir werden Cochrane mitnehmen. Wer weiß, was dann aus Ihnen wird, Commander.“
Das Transportermodul lag auf einem provisorischen Tisch aus zusammengeschweißten Metallplatten. Es wirkte unscheinbar, fast banal. Ein kompakter Zylinder mit eingelassenen Segmenten, deren Oberfläche matt schimmerte. Technologie, die in diese Zeit nicht gehörte.
Shran gab seinem Team ein kurzes Zeichen. Zwei Andorianer traten zu Cochrane, der sich nur halb bewusst war, was geschah. Er ließ sich widerstandslos aufrichten, schwankte kurz und murmelte etwas Unverständliches.
Mara trat einen Schritt vor.
„Was soll dann aus unserer Welt werden?“
Shran sah sie an, als hätte er mit dieser Frage gerechnet.
„Cochrane ist für uns nicht nur dieses Projekt. Es geht um mehr als eine Rakete“, sagte Mara ruhig. „Er ist der Beweis, dass es weitergehen kann. Dass aus dieser Asche etwas entsteht, das mehr ist als Überleben.“
Ihre Stimme war nicht laut. Aber sie füllte den Raum.
„Die Menschen hier brauchen nicht nur Nahrung und Schutz. Sie brauchen einen Grund, aufzustehen. Einen Grund, etwas aufzubauen, das länger hält als einen Winter.“
Eine kurze Pause.
„Wenn Sie ihn mitnehmen, nehmen Sie ihnen nicht die Zukunft. Sie nehmen ihnen den Grund, weiterzumachen.“
Für einen Moment sagte niemand etwas. Der Wind strich durch eine zerbrochene Fensterscheibe, ließ ein loses Stück Metall leise klappern.
Shran antwortete schließlich ruhig:
„Das ist nicht meine Welt. Ich bin allein für meine Zukunft verantwortlich.“
Er sagte es ohne Härte. Ohne Gleichgültigkeit. Gerade das machte es unerträglich.
Das Modul begann leise zu summen. Ein kaum hörbares Vibrieren, das sich durch den Metalltisch in den Boden übertrug.
Archer sah Cochrane - benommen, die leere Flasche noch in der Hand. Er sah Shran, der ruhig wartete, als wäre das hier nur eine weitere Mission in einer langen Reihe von Missionen. Und er sah Mara, die einen Schritt vorgetreten war und Shran ansah, als würde sie gleich etwas sagen.
Green hatte Ordnung geschaffen. Das stand in den Geschichtsbüchern. Ordnung aus den Trümmern, Stärke aus dem Chaos. 37 Millionen Tote — notwendig, hatte man gesagt. Alternativlos.
Thomas hatte ihn angeschrien: Sie sind der Krieg.
Mara hatte ruhig gesagt: Sie nehmen uns den Grund weiterzumachen.
Diese Welt hier — ohne Green, ohne Kontrolle, ohne jemanden, der entschied, wer stark genug war, um zu überleben — diese Welt funktionierte trotzdem. Und vielleicht gab es sogar so etwas wie eine gute Zukunft für diese Menschheit.
Archer wusste, was das bedeutete.
Er wusste auch, was es kostete.
Er zog den Phaser und feuerte. Die Andorianer reagierten zu spät.
Das Modul überlud sofort. Ein greller Blitz, zu hell für diesen Raum. Hitze, Druck, ein kurzer metallischer Schrei überlasteter Systeme.
Dann Stille.
Cochrane wurde zu Boden geschleudert. Die Flasche rollte klirrend über den Beton und blieb an einem Metallträger liegen. Blut rann über sein Gesicht.
Staub hing in der Luft. Der Geruch von verbrannter Elektronik mischte sich mit altem Öl.
Shran stand reglos, als hätte sich die Zeit um ihn verlangsamt. Der Plan, der ihre Zukunft verändern sollte, lag in verkohlten Fragmenten auf dem Boden.
Archer senkte langsam die Waffe.
Mara war bereits neben Cochrane. Sie kniete im Staub, legte zwei Finger an seinen Hals, wartete einen Moment zu lange. Langsam hob sie den Blick. Sie sah nicht zu Archer.
Nicht einmal kurz.
Die Andorianer standen verstreut im Raum, abgeschnitten von ihrer eigenen Zeit. Gefangen in einer Welt, die nicht die ihre war.
Archer blieb stehen.
Er hatte seine Mission erfüllt.
Das Imperium war sicher.
Draußen heulte der Wind durch die Ruinen von Bozeman.
Niemand sagte etwas.
Er wartete darauf, dass sich irgendetwas richtig anfühlte.
Es tat es nicht.
Das ist Teil zwei der dreiteiligen Fan-Fiction Reihe “Der andere Himmel” von Roman Scamoni (@RollingSohn). Teil eins findest du hier: DIE ANKUNFT.
Teil drei findest du hier: DER ANDERE HIMMEL


Mitreißend geschrieben, freue mich, Weiteres zu lesen.
Yes. Sehr gut. Ich bleibe dran.