Diskussion über diese Post

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Avatar von Amr Thele

Lieber Roman,

was für ein brachialer, notwendiger Text. Du hast hier etwas geschafft, das im Literaturbetrieb viel zu selten passiert: Du hast das wohlfeile, herablassende Mitleid de Kulturbetriebs komplett demaskiert.

Besonders stark und bitter ist die Stelle: „Die Mauer ist der Blick, den ihr mir schenkt. Die Mauer ist das ‚Trotzdem‘, das ihr klatscht.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf. Dieses „Trotzdem-Klatschen“ ist oft nur die feige Maske der Ausgrenzung. Viktor fordert kein Mitleid, er fordert künstlerische Relevanz. Punkt.

Ganz stark finde ich auch das Ende. Dass Müller demonstrativ geht und der Applaus eben nicht triumphal alles wegschwemmt, sondern das Publikum gespalten zurücklässt. Das rettet das Stück vor dem klassischen Hollywood-Kitsch. Es bleibt sperrig, es bleibt ein Kampf.

Ein genialer, konsequenter Bruch mit den klassischen Sehgewohnheiten und ein verdammt starker Rhythmus im Shakespeare-Text. Aus Wut so eine Kunst zu machen – Chapeau. Das Stück muss auf die Bühne.

Beste Grüße,

Amr

Avatar von Silver Mary

Ich bin mir dir sauer, dass z.B. das Bauen einer Rampe als Vorwand genommen wird einen Menschen mit Rollstuhl im Theater auszugrenzen.

Hast du Kontakt das öffentlich zu machen? Zeit, Spiegel, usw?

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